Tagung Medizinethik

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Herzlich willkommen auf der Website zur Tagung Medizinethik 2022.

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    Tagung "Medizin und Religion im 21. Jahrhundert"

    Medizin und Religion haben in der westlichen Welt eine lange gemeinsame Tradition. Mit dem Aufkommen der Naturwissenschaften begann jedoch eine bewusste Trennung der naturwissenschaftlich-orientierten und evidenzbasierten Medizin von religiösen Deutungsmustern. Die Medizin konnte nun zwar immer exakter die genauen Ursachen einer Erkrankung auf naturwissenschaftlicher Grundlage erläutern und immer effektivere Behandlungen entwickeln - und die Menschen damit auch von belastenden magischen und mystischen Vorstellungen der Krankheitsentstehung befreien -, aber die Frage nach dem existenziellen Sinn von Gesundheit, Krankheit und Heilung konnte diese naturwissenschaftlich geprägte Medizin aus sich heraus nun nicht mehr beantworten. So kann die moderne Medizin dem Patienten heute nicht mehr sagen, wozu er oder sie überhaupt leben soll und wie die individuellen Lebensziele konkret zu gestalten sind. Sie kann ihm oder ihr jedoch besser als je zuvor dabei helfen, die eigenen Lebensziele zu verwirklichen.

    Ob nun ein unerfüllter Kinderwunsch besteht oder ein Schwangerschaftsabbruch durchgeführt werden soll oder nicht, ob die laufende Therapie vorzeitig beendet werden soll oder der Patient am Ende seines Lebens seinen Zustand nicht mehr ertragen will, alle diese medizinethischen Entscheidungen beruhen u.a. auf individuellen Werturteilen, die auch heute noch vielfach religiös geprägt sind, sowohl bei den Patientinnen und Patienten, deren Angehörigen wie auch den Ärztinnen, Ärzten und Pflegekräften, die einzelne Behandlungen mittragen können oder aus Gewissensgründen, bzw. bestehenden rechtlichen Vorgaben, ablehnen. Im multikulturellen und multireligiösen klinischen Alltag treffen somit auch heute noch Medizin und Religion auf vielfältige Weise aufeinander und können dabei heftige Kontroversen auslösen.


    Auf der Tagung wollen wir dem Einfluss des religiösen Denkens und der religiösen Wertvorstellungen auf die ethischen Entscheidungen im medizinischen Alltag nachgehen und hierbei sowohl Fälle aus der klinischen Praxis wie auch gesetzliche Regelungen einzelner Länder (und deren mitunter bestehende religiöse Prägung) betrachtet. Thematisch wird der Bogen gespannt vom Lebensanfang bis zum Lebensende, d.h. von Leihmutterschaft und Eizellspende über Schwangerschaftsabbruch bis zu Fragen der Therapiebegrenzung und dem selbstbestimmten Sterben. Impulse von in- und ausländischen Expert:innen werden die Diskussionen eröffnen und der Frage nachgehen, an welchen Stellen religiöse Wertvorstellungen und religiös geprägte Regelungen die gesundheitliche Versorgung fördern, wo sie diese behindern und wie mit Konflikten umgegangen werden kann.

    Wenn wir dabei von „Religionen“ sprechen, so ist uns bewusst, dass es in jeder Religion ein breites Spektrum unterschiedlicher Sichtweisen gibt, die allein schon in den Bezeichnungen liberal und orthodox anklingen. Auch kennt die evangelische Kirche im Unterschied zur katholischen Kirche kein kirchliches Lehramt, das etwa in Fragen medizinischer Ethik allgemeinverbindlich Auskunft geben könnte, was es für Außenstehende schwer macht zu erkennen, was denn „die“ evangelische Position zu einem bestimmten medizinethischen Thema sei. Doch aufgrund des herrschenden Pluralismus in der evangelischen Kirche lässt sich „die“ Position eben nicht festmachen, auch gibt es innerhalb der katholisch geprägten Medizinethik unterschiedliche Zugänge. Ähnlich ergeht es, wenn nach „der“ Position im Islam oder im Judentum gefragt wird. Und zugleich kann nach Grundhaltungen gefragt werden, wie die Religionen verbinden.

    So will die Tagung dazu einladen, anhand verschiedener medizinethischer Themen das breite Spektrum religiöser Anschauungen und deren konkrete Auswirkungen auf medizinethische Entscheidungen zu entdecken. Wir wollen miteinander ins Gespräch kommen, das gegenseitige Verständnis fördern, nach Gemeinsamkeiten suchen, Konfliktfelder benennen und nach Lösungen suchen, die von allen mitgetragen werden können.

    Zu dieser internationalen Tagung und Entdeckungsreise laden wir Sie herzlich ein.

    Prof. Dr. Florian Steger

    Institut für Geschichte, Theorie und Ethik der Medizin, Universität Ulm

     

    Prof. Dr. Kurt W. Schmidt

    Zentrum für Ethik in der Medizin am Agaplesion Markus Krankenhaus, Frankfurt/M.

    Evangelische Akademie Frankfurt

    DOWNLOAD PROGRAMM

    Das vorläufige Programm steht Ihnen hier als Download zur Verfügung

    Download des vorläufigen Programms (Stand 21.05.2024)

     

     

     

     

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